Advent, Advent ... ein Vorweihnachtsgeschenk aus dem Weingut

Advent, Advent ... auch wenn es noch nicht so wirklich weihnachtet. Der November hatte
Aprilallüren, der Dezember geriert sich bislang eher wie ein normaler November.


Zwischenstand aus dem Keller: Die beiden Martinsthaler haben sich prächtig gemacht. Wülfen und Rothenberg gären noch langsam vor sich hin. Und aus dem Fürstenberg wird es endlich mal wieder drei Weine geben - vom trockenen FÜRSTENBERG über den halbtrockenen BLAUSCHIEFER bis zum milden Oberdiebacher Fürstenberg.


Zwischenzeitlich hatten wir auch mal kurz Frost, die Weinberge sind in die Winterruhe gegangen und wir beginnen an diesem Wochenende mit dem Rebschnitt.


Zuhause hängt der Handwerkertochterweihnachtsstern, wir haben pünktlich zum 1. Advent  unseren ganz persönlichen Weinerinnerungsadventskranz fertig gebundenklebt und basteln abends im Kerzenlicht dänische Julehjerter.

















Und bei Ihnen und Euch? Schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen? Die richtigen Weine fürs Fest im Keller?

Unser Vorweihnachtsgeschenk: Wir verschicken unsere Weine bis zum 21. Dezember versandkostenfrei - ab 6 Flaschen, quer durchs Sortiment.

Von unserem vielbeschriebenen ROTHENBERG 2013 gibt es übrigens nur noch einen überschaubaren Restbestand - wer noch etwas von diesem tollen Wein haben will, sollte schnell zuschlagen.

Wir wünschen Ihnen und Euch eine schöne (Vor)Weihnachtszeit - und allzeit einen guten Fingerbreit Riesling im Glas. Skal!

Herbst, was willst Du mehr

Der Sommer war sehr groß, der Herbst war es auch.

Schon Ende September haben die ersten Winzer im Rheingau mit der Rieslinglese begonnen - da waren manche Kollegen in der Pfalz schon mit allem fertig.


Wir haben unsere Rheingauer Parzellen am 4. Oktober mit einer tollen, motivierten und schlagkräftigen Lesetruppe komplett geholt - kerngesundes Lesegut, null  - in Zahlen: 0 - Prozent Fäulnis und saftigen 95 bzw. 98° Oechsle. Mengenmäßig liegen wir hier leider unter dem Vorjahresertrag, aber so ist es eben. Das bisschen Regen im September hat nicht ausgereicht, um die kleinen Trauben noch mal richtig anschwellen zu lassen, glücklicherweise aber auch nicht - wie im Vorjahr - zum Vollsaugen und Aufplatzen der Beeren geführt (mit sich anschließend explosionsartig verbreitender Fäulnis).

Die Flächen am Mittelrhein waren am zweiten Oktoberwochenende dran - bei echtem Kaiserwetter. 




Blauer Himmel, Sonne, herrlich goldgelbe vollreife Trauben und zum Abschluss am Sonntag noch ein eindrucksvolles Konzert hunderter ziehender Kraniche über dem Rheintal - Herbst, äh, Herz, was willst Du mehr.




Mein Lieblingsweinberg (gleichzeitig unser Sorgenkind), die Parzelle mit der Einzelstockerziehung, hat sich noch mal richtig ins Zeug geschmissen und endlich mal wieder eine vernünftige Menge an Trauben in Topqualität produziert. Ich hatte im Frühjahr auch damit gedroht, ihn im Folgejahr rauszuhauen, wenn er sich nicht anstrengt ...

Große und kleine Harle und Rödermann haben gewohnt gut getragen, dazu kommt dieses Jahr erstmals die Bitzengrub mit ihren acht Reihen, so dass wir in diesem Jahr endlich mal wieder drei Weine aus dem Oberdiebacher Fürstenberg  machen können - den FÜRSTENBERG als trockene Spätlese, eine halbtrockene und eine kleine Menge einer milden Spätlese.

Ein vergleichsweise entspannter Herbst, ein schöner Herbst.

Und jetzt?
Alle Gerätschaften sind geputzt und für den Winter eingemottet, die Weine gären schön langsam vor sich hin. Und jetzt warten wir nur auf den ersten richtigen Frost, damit wir mit dem Schneiden anfangen können.


Dieses Mal haben wir noch mehr zu tun als im vergangenen Winter, weil wir die neugekaufte Parzelle im Rödermann erstmals selber bewirtschaften und schneiden - und da ist einiges zu tun. Einfach wird das nicht. Aber bestimmt auch nicht langweilig. Wird es uns ja  nie.



Tausend Dank an alle, die uns auch in diesem Herbst tatkräftig unterstützt haben - Ihr seid toll. Und wir sind für den Moment einfach mal nur glücklich.


P.S. .... auch, weil es zwei unserer Weine in Kürze auch im Witwenball in Hamburg geben wird. Skål!

Freude, Vorfreude, Spannung

Wir haben jede Menge Anlass zur Freude.

Wir sind im Schluck erwähnt. Schluck, das neue Weinmagazin, für das so ziemlich alle schreiben, die Rang und Namen haben. Dahinter stehen Paul Trutzkowski, Julia Klüber und Christian Schärmer. Chefredakteur ist der kongeniale irre Manfred Klimek.
Ein anstößiges Magazin, das Anstöße geben will. Geile Photos, knackige Texte, alles andere als Mainstream und vor allem null langweilig. Das macht Lust auf mehr.
Knalli - aka Helmut O. Knall - hat eine Reise durch den Rheingau gemacht und war auch bei uns.


 

Uns so kamen wir ins Schluck, nach Berlin und auf die Party. Und unsere Weine auch. Sorry, Handyphoto ohne Licht.



Woraus sich der nächste Grund zur Freude erklärt - Klimek hat nicht nur probiert, sondern auch geschrieben. In der Welt am Sonntag vom 20.9. Und zwar so:




Bitte jetzt keine Diskussionen über ausgewaschene Aschenbecher - immerhin schreibt er nicht von überquellenden.

Und: So fängt ein Sonntagmorgen gut an.
Und geht blendend weiter.
Nachdem wir schon mehr als zufrieden mit dem Zustand unserer Weinberge im Rheingau sind, haben wir heute die Parzellen auf der anderen Rheinseite, im Oberdiebacher Fürstenberg, noch mal feingetuned.














Das wenige, was angemackt (Vögel, Wespen, Ohrwürmer, Hagel) oder leicht faul war, rausgeschnitten. Weniger als 2 Prozent. Was jetzt hängt, ist kerngesund, trotz des Regens der vergangenen Woche. Es sieht großartig aus. Sogar unser Sorgenkind, meine heißgeliebte Einzelstockerziehung, scheint sich meine Standpauke im Frühling ("Reiß Dich zusammen! Ich will Dich ja behalten, aber wenn Du nicht halbwegs anständig trägst, hauen wir Dich nach dem Herbst raus!") zu Herzen genommen zu haben.
Man muss nur mit den Leuten den Stöcken reden.

 Wenn, wenn, wenn ... es so weitergeht, wird das ein tolles Jahr, mengenmäßig und qualtativ. 
Wir hätten es alle mal wieder verdient. Wir haben unseren Teil dazu getan, drückt uns die Daumen.








Jahrgangspräsentation: Hier ist unsere Kollektion 2014

Über den Jahrgang 2014 ist schon viel gesprochen und geschrieben worden. Um es kurz zu machen: Einfach sieht anders aus.

Frühe Blüte, schöne Ansätze, null Pilzdruck. Es sah nach einem tollen Jahr aus, mengenmäßig und vor allem qualitativ. Und dann kam der August. Und es regnete. Und es regnete auch im September, und das bei Temperaturen, die immer über 20° lagen. Landauf, landab begannen die Trauben zu faulen, wer an einem Tag durch seine Weinberge gegangen war und alles Schlechte herausgeschnitten hatte, stand am nächsten, spätestens übernächsten Tag wieder vor der gleichen Situation. Jetzt war große Sorgfalt geboten.

Wir hatten im Rheingau großes Glück, unsere beiden Erste-Gewächs-Lagen hingen kerngesund in einer schönen Spätlesequalität, gelesen haben wir bei strahlendem Sonnenschein Anfang Oktober.

Am Mittelrhein lagen die Öchslewerte etwas niedriger, unsere alten Anlagen brachten aber ausgesprochen geschmacksintensive, kleinbeerige, vollreife Trauben hervor. Hier haben wir zunächst eine Negativselektion gemacht und dann an zwei Tagen zuerst das gesunde und dann das leicht edelfaule Lesegut geholt.

Auf beiden Seiten hat sich sorgfältige Laubarbeit in diesem Jahrgang bezahlt gemacht, und auch wenn die Menge am Ende unter den Erwartungen lag - was wir im Keller haben, gefällt uns sehr gut.



Und so sieht die Kollektion aus:

2014 Martinsthaler
Rheingau Riesling trocken QbA
11%
7,50 € (10,-€/Liter)

In der Nase Augustapfelduft, leicht florale Noten, ein bisschen Kräuterwürze.
Auf der Zunge frisch und knackig, kühle Kernobstfrucht, leicht kräutrig, gute, zupackende Säure.
Der richtige Wein für einen lauen Sommerabend aruf der Terrasse (oder am Rhein).

2014 Oberdiebacher
Mittelrhein Riesling halbtrocken QbA
10%
7,50 € (10,-€/Liter)

Duft nach vollreifen Aprikosen, Klarapfel, würziger Schiefermineralik.
Auf der Zunge satte, warme gelbe Frucht, saftig und süßlich, Zitrusnoten, präsente, reife Säure - ein Maul voll Wein.


2014 Martinsthaler Wildsau
Rheingau Riesling halbtrocken QbA
10%
9,-  € (12,-€/Liter)

In der Nase reife Birnenfrucht, rosa Grapefruit, kühle mineralische Noten.
Im Mund süße, saftige Frucht, sehr klar und strahlend, Birne, Zitrusfrüchte, leicht kandiert, spürbare Säure. Das böse Wort: einfach lecker.



2014 Oberdiebacher Fürstenberg
Mittelrhein Riesling trocken QbA
11%
9,-  € (12,-€/Liter)

Kühler Duft nach Reineclauden, schiefrige Mineralik, Kräuter und fast ein wenig Macchia, erinnert (vielleicht nur die Winzer) an einen heißen, flirrenden Tag auf steinigem, steilen Schieferboden.
Auf der Zunge saftig und zupackend, schlank im Stil, reife Reineclaudenfrucht, gut eingebundene Säure, feste Schiefermineralik, kleidet den Mund ganz aus, Schmelz und viel Länge.
Ein Wein, der bleibt, der kleinere Bruder des großen FÜRSTENBERG 2013, der die Verwandtschaft nicht verleugnen kann.


2014 WÜLFEN
Rheingau Riesling trocken QbA
12%
13,50 € (18,-€/Liter)

Tiefer Duft nach reifem Steinobst, exotische Noten, Mango, Ananas, Kokos.
Im Mund fest und straff, wirklich trocken, verhaltene Frucht, Anklänge von gerösteten Nüssen, mineralische Noten, hinten raus viel Druck.
Nachtrag: Nach ordentlicher Belüftung überrascht der Wein mit geradezu opulenter Frucht, exotisch-süßlich, all das, was er am ersten Tag schon im Duft versprach.
Unser erster Wein aus dem Rauenthaler Wülfen, eine kleine Parzelle mit viel Potential, die Ergänzung zu unserem großen Wein aus dem Rauenthaler Rothenberg.


2014 ROTHENBERG
Rheingau Riesling trocken
12,5%
13,50 € (18,-€/Liter)

In der Nase reifes Steinobst, kühler, nasser Stein, Rosen, ein bisschen grüner Tabak.
Auf der Zunge trockene, trotzdem saftige Frucht, ein bisschen getrockenete Birne, Steinobst, das alles fest und straff, intensiv und mineralisch, viel Länge.
Der Wein aus unserer rechtsrheinischen Steillage - erstmals aus komplett eigener Bewirtschaftung.

Wo man unsere Weine probieren und kaufen kann?
Natürlich bei uns - wir bitten um eine kurze Voranmeldung, damit Sie nicht vor verschlossener Tür stehen.
Vom 11. bis 13. September 2015 finden Sie und und unsere Weine am Weinprobierstand in Martinsthal, dazu gibt es ein kleines Speiseangebot - unter anderem mit dänischen Spezialitäten.
Außerdem können Sie die Weine in der Weindekanei in Erbach probieren und kaufen.

Natürlich versenden wir unsere Weine auch, bitte schicken Sie uns eine kurze Mail.
Für den 6er-Karton berechnen wir 6,50€ Versandkosten, für 12 Flaschen 8,-€.
Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.
Alle unsere Weine enthalten Sulfite.
Unsere Weine enthalten keine anderen kennzeichnungspflichtigen Allergene.

Was lange gärt ...

...wird endlich gut.



Der eine oder die andere erinnern sich vielleicht - in unserem ersten Jahrgang haben wir aus dem Wallufer Berg Bildstock neben einem halbtrockenen Kabinettchen (Bildhübsch) und einer restsüßen Spätlese (Bildschön) auch eine Trockenbeerenauslese erzeugt.



Hervorgekitzelt, muss man wohl eher sagen, tageslanges Gepickel, Kühlen der Trauben im Gastrokühlhaus, Einmaischen der rosinengroßen Beeren und das Abpressen von 25 Litern TBA in einer 3000er Presse, inklusive Leerkratzen der Kelterwanne mit einem handelsüblichen Silikonteigschaber.

Und dann stand der Glasballon im Arbeitszimmer und .. gärte. Und gärte. Erschreckte den schwarzen Kellerkater einmal täglich durch ein unvermutetes "Blubb" .. und gärte.



Im Mai 2014 war endlich Wein aus dem sirupartigen Most geworden. Gute Gelegenheit, uns an die Füllung einer Kleinmenge (mit kleinem Filter) bei Cecilia Jost vom Weingut Toni Jost - Hahnenhof, in Bacharach am Mittelrhein, dranzuhängen. Die TBA kam also in die Flasche, ins Labor, in die Prüfung ... und fiel durch. Zur Begründung sagen wir jetzt nichts, aber unser Labor-Oenologe hat laut und herzlich gelacht.

Jedenfalls, ein dreiviertel Jahr später ...wieder angestellt ... hat unsere TBA eine mehr als ordentliche AP Nummer und darf als solche verkauft werden. Freut uns sehr.

Und ja,wir haben so viel davon, dass wir Flaschen verkaufen - Preis auf Anfrage.

Es ist ...

... ein Weinberg! Genauer gesagt, es sind Zwillinge, also zwei Weinberge.

Ja, wir haben expandiert, auch wenn es so nicht geplant war, aber wir freuen uns über den gesunden und lebendigen Zuwachs.


Bitzengrub und Rödermann heißen die beiden Schätzchen aus dem Oberdiebacher Fürstenberg. Sie sind knapp 60 Jahre alt, also deutlich aus den Kinderkrankheiten raus, haben dafür aber das eine oder andere altersbedingte Zipperlein.









Hier und da musste der Drahtrahmen dringend ausgebessert werden - Bindfaden als Bindedrahtersatz erschien doch eher als Notlösung. Hier und da mussten auch ein paar uralte Bögen gekappt werden, das alles dauerte dann, wie üblich, doch länger als gedacht, aber heute - tataa! - sind wir fertig geworden.



4.000 Reben sind geschnitten, fast alle gebogen und gebunden, der Drahtrahmen steht wieder richtig, wir haben das wuchernde Gras und die Dornen aus den Rinnsteinen entfernt.

Und viele wunderbare Dinge in unseren Weinbergen gefunden.



Die ersten wilden Bienen tummeln sich wieder im Weinberg, die Milane kreisen hoch oben über dem Fürstenberg, die Forsythien blühen wie verrückt, die Walderdbeeren scheinen sich auf einen frühen Sommer vorzubereiten - kurz: Es kann Frühling werden.



Es geht voran - bearbeitet: Mit Nachtrag

Es sieht nicht so aus, als wolle es ernsthafterweise noch einmal richtig winterlich werden. Den Schnee- und Kälteeinbruch über Weihnachten haben wir verpasst und stattdessen ein schönes, ruhiges Fest in Hannover verbracht und Silvester wieder einmal in Kopenhagen gefeiert. Unsere Lieben getroffen, wunderbar gegessen und getrunken und den Heimweg erst angetreten, als es mit der weißen Pracht schon wieder vorbei war. 


Nun sehen die Weinberge mit Schnee, klirrendtrockener Kälte und blauem Himmel zugegebenermaßen herrlich aus, für den Rebschnitt sind uns Temperaturen um den Gefrierpunkt, Trockenheit und Windstille aber doch lieber.



Im Rheingau haben wir die Hälfte geschafft, am Mittelrhein ein Drittel. 

Dort haben die Wildschweine in der vergangenen Woche in der "Großen Harle" - oben rechts - offenbar eine Party gefeiert. In vier Reihen ist der Boden je etwa zu einem Viertel ordentlich umgepflügt, auch unter und zwischen den Stöcken. 

Schade, dass Wildsäue keine Brombeerwurzeln fressen, davon gibt es immer noch reichlich, vor allem neben der Driesche zwischen Einzelstockerziehung und Großer Harle. 

Wenn jemand einen Tipp hat, wie man die Biester bewegt, die Aktion Anfang Mai zu wiederholen - gerne nur in jeder zweiten Reihe, aber dafür gründlich  - nur zu.



Im Keller herrscht Ruhe, die Weine liegen inzwischen allesamt auf der Feinhefe und entwickeln sich so, wie wir es gewollt haben. 

Es geht voran. Mal schauen, was das Jahr so bringt.

Nachtrag: Wir haben zum Abschluss des anstrengenden Wochenendes (Sachkundeprüfung Pflanzenschutz / Schneiden / Kappensitzung BCV / Schneiden) eine Flasche Fürstenberg 2013 aus dem Keller geholt. Unser Topwein, der sich im ersten halben Jahr nach der Füllung sehr, sehr verschlossen präsentiere, zwar Druck und Potential erahnen ließ, aber ... 
... jetzt anfängt, zu zeigen, was er kann.

Kühle Schiefermineralik, Birnen- und Reineclaudenfrucht, feine, gut integrierte  Säure, saftig, schmelzig, strahlend klar. Wie schon gesagt: Ein Langstfreckenläufer. Und er hat gerade erst angefangen.