Klonk!



Nein, die eine Hälfte von Dalgaard&Jordan ist nicht umgefallen - sie, bzw.er ruht sich nur aus.

Konkret in "Im Harle" im Oberdiebacher Fürstenberg. 4.000 Quadratmeter, mit dem Freischneider gemäht. Es wächst jetzt schon wie verrückt.

Hier wächst unser "Alte Reben". Steil. 28 Meter Höhenunterschied auf 80 Metern Zeilenlänge. Begrünt. Darum das Mähen. Der Nachbar rechts fährt die Politik der toten Erde - noch immer kann man Roundup in jedem Gartencenter und Baumarkt kaufen. 

Unser Weinberg wurde 1954 gepflanzt. Flachbogenerziehung, Anschnitt auf 5-6 Augen pro Quadratmeter,  die Höhe der Laubwand  beträgt ca.140 cm. Zielmenge: Etwa 3.500 Liter/ha - also weniger als eine Flasche pro Stock.

Lars ist gerade wirklich platt - klonk.

Sie sind wieder da!

Vor einem Jahr um diese Zeit lag noch Schnee, fluchend haben wir den Fox in der ersten Kurve im Berg stehen gelassen und sind bergauf gestapft.
Jetzt: Sonne, blauer Himmel, Frühling pur.
Und: Sie sind wieder da!
Die Gänseblümchen. Die Walderdbeerpflänzchen. Die Forsythien.

Die Wildgänse, die Störche, die Kraniche und die gackernden Rebhühner.

Und die Mauereidechsen.





Die in den Ritzen der Weinbergstrockenmauern leben, dort auch überwintern, sich aber jetzt an die Sonne wagen - und heftig balzen.


Tausend to go

Heute sind wir im Rothenberg fertig geworden. Rund 400 Stöcke, eine alte Anlage. Eigentlich kein Problem. Uneigentlich haben wir schon vor zwei Wochen gemerkt, dass dieser Weinberg in den vergangenen Jahren ziemlich schaurig geschnitten worden ist. Darum haben wir versucht, die gröbsten Fehler mit dem jetzigen Schnitt zu korrigieren. Bis es so aussieht, wie wir uns das vorstellen, wird es aber noch zwei, drei Jahre dauern.

Dazu kommt, dass der Drahtrahmen einfach nur ein Chaos ist. Teilweise ohne obersten Rankdraht, vielfach gestückelt, rostige Drahtenden, mal ist der Heftdraht einfach um zehn Zentimeter nach oben gezogen - Himmel. Es falsch zu flicken dauert genauso lange wie es richtig zu flicken. Im Klartext: Wir müssen den Drahtrahmen mindestens zu Hälfte neu ziehen.

Am Mittelrhein haben wir an den vergangenen Wochenenden die steile Parzelle zum Bach hin und die 13 Reihen "rechts" geschnitten und gebogen. Morgen kommen dann die langen Reihen "links" dran - und zum Schluss die Einzelstockerziehung.

Es bleibt mild, wenn es ein bisschen geregnet hat und später die Sonne scheint, riecht es im Weinberg wie verrückt nach Kräutern, nach Kresse und Bärlauch, nach Frühling.
Wir liegen gut in der Zeit.

Tausend Rebstöcke to go.

Kurz vor knapp

Liebe Rieslingfreunde, liebe Kunden, liebe Freunde,

ein anstrengendes und turbolentes Jahr neigt sich dem Ende zu.
Wir haben ein sehr spezielles Weinjahr 2013 erlebt, eins mit Höhen und vielen Tiefen, das uns aber trotzdem Anlass zur vorsichtigen Freude gibt.

Die Bilanz sieht mengenmäßig leider traurig aus – wir hätten gerne fast das Doppelte in den Keller gebracht. Dafür stimmt die Qualität! Die Moste haben sich hervorragend geklärt, gären sauber vor sich hin und lassen uns hoffen.
Und: Wir können unseren alten heißgeliebten Dornröschenschlafkeller weiter nutzen – eine Baustelle, die uns bis kurz vor der Ernte sehr beschäftigt hat.

Die Resonanz auf unsere ersten beiden Jahrgänge war sehr erfreulich. 2011, eher säurearm, aber stoffig und dicht, war bis zur Füllung der 2012er Jahrgangs im Mai nahezu ausverkauft. Allein von der Auslese gibt es noch einige Flaschen.

Der 2012er – ausnahmslos knalltrocken, herzhaft, stoffig und säurebetont – war und ist etwas für Freaks und richtige Rieslingtrinker. Von unserem Basiswein aus dieser Kollektion, dem „Kreuzweise“, gibt es noch einen kleinen Restbestand. Den „Drei Kreuze“ ( Riesling Spätlese trocken, Rüdesheimer Magdalenenkreuz) und auch den „Alte Reben“ (Riesling Spätlese trocken, Oberdiebacher Fürstenberg) geben wir erst jetzt in den Verkauf.

Das meint übrigens der Eichelmann 2014 zu unserem aktuellen Jahrgang:
“Sie brauchen allesamt Luft, präsentieren sich dann als ungemein saftige, kraftvolle, zupackende Rieslinge, die erfreulich trocken ausfallen (alle sind komplett durchgegoren) und viel Spiel zeigen. Der “Alte Reben” vom Mittelrhein, der bis kurz vor Weihnachten gegoren hat, ragt heraus, zeigt feine Noten von Stachelbeeren, Limonen und grünen Pflaumen, ist ungemein straff und nachhaltig. Genau so muss guter Riesling schmecken!”

Als Advents- und Weihnachtsgabe haben wir wieder ein hübsches Päckchen für Sie und Euch geschnürt.
Bei Bestellung bis zum 30.11. geht das Paket (ab 6 Flaschen, frei zusammenstellbar) versandkostenfrei und mit 5 % Frühorderrabatt auf die Reise.
Bis zum 15.12. gewähren wir ebenfalls 5% Rabatt und eine reduzierte Versandkostenpauschale von 5 Euro/6-12 Flaschen.


Wir werden oft nach unseren “Öffnungszeiten” gefragt. Da wir hauptberuflich beide etwas ganz anderes machen, sind wir an den Wochenenden oder wochentags ab 18 Uhr am ehesten anzutreffen, eine kurze Voranmeldung per E-Mail oder Anruf wäre nett.



Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheingau

Christin und Lars

Herbst. Schluss. 2013.

Fertig. Wir haben es geschafft. Rechtzeitig, ja, aber dann doch nicht so, wie wir wollten und geplant hatten.

Dabei haben wir lange im Voraus geplant. Lesekisten gekauft. Einen neuen Tank. Kleinkram für den Keller. Einen Transporter gemietet. Endlich ein bisschen unabhängiger sein, einen Tick weniger angewiesen auf Hilfe von Nachbarn und Freunden. Guter Plan. So weit.

Im Rheingau war es Anfang Oktober noch ziemlich unbeständig, aber dann wurde das Wetter anständig. Am 19. Oktober konnten wir eine knapp 700 m² Parzelle im Rauenthaler Rothenberg - steile, alte Anlage - lesen, bei strahlendem Sonnenschein und über 20° C im Schatten. T-Shirt-Wetter!



Außerdem haben wir Most zugekauft - wir kennen den Winzer, die Weinberge waren sorgfältigst gepflegt.

Am Mittelrhein hatten wir Mitte Oktober beim Durchgehen mit ca. 2000 Kilo Trauben gerechnet. In den oberen Weinbergen kerngesund, unten, wie üblich, mit (Edel)Fäule. Keine Spur von Essig. Gott sei Dank!

Und dann: Regen. Das Wetterfax kündigte eine warme Trockenperiode an. Es wurde kalt und grau. Es regnete. Es war mal einen Vormittag lang trocken, dann nieselte es wieder. Weit und breit kein Goldener Oktober.

Wir hatten einen richtig guten, großen Erntehelfertrupp für das Wochenende 26./27. Oktober zusammengetrommelt. Wollten zwei Tage lesen, zweimal keltern, zwei Weine machen. Und es nieselte. Und war warm. Strategiewechsel: Wir holen alles an einem Tag, keltern trotzdem zweimal! Und am Morgen des 26. schüttete es. Weltuntergangswetter.

45 Minuten Autofahrt bis zum vereinbarten Treffpunkt sind eine lange Zeit, wenn es schüttet. Wir waren drauf und dran, alles abzublasen. Und dann hörte es auf zu regnen. Schlagartig. Und die Sonne kam raus. Wir haben eine Stunde gewartet, bis die Trauben einigermaßen abgetrocknet waren - dann ging es los.


Wir haben alles an einem Tag gelesen. Oben kerngesund, unten faul, aber saubere Botrytis. Menge: Viel weniger als gedacht, viele Trauben waren, regenschwer, abgefallen und lagen unter den Stöcken. Stimmung beim Leseteam: Oben gut, unten schon etwas geschafft, aber noch motiviert. Unser steilster Weinberg eben, den sollte man immer ganz zum Schluss lesen, und mit Sonne und Feuchtigkeit eine dampfende Natursauna.

Fazit: Was wir gelesen und gekeltert haben, ist hocharomatisch, konzentriert, hat sich hervorragend geklärt und fängt jetzt langsam an zu gären.

Glück gehabt. Das hätte auch ganz anders ausgehen können, das ist die Crux, wenn man auf Lesetermine und -helfer an den Wochenenden reduziert ist und nicht mit einer schlagkräftigen Mannschaft spontan reagieren kann.

Und nicht nur Glück gehabt, sondern auch viel, viel Hilfe von Freunden bekommen. Ob es darum ging, die neuen Lesekisten in Bütten richtig zu reinigen oder kurzfristig einen weiteren Abstechhahn zu leihen. Der Nachbar, der uns nicht nur seine Kelter zur Verfügung stellte, sondern auch half, sie zu füllen, wieder seinen Transporttank hergab und ihn uns mit dem Stapler in den Hof stellte. Der andere Nachbar, bei dem wir Starkstrom zapfen durften. Die vielen Freunde, ohne die wir die Lese nie geschafft hätten.

Danke, Danke, Danke.

Nach dem Regen ist vor dem Regen ist vor der Lese

Und wieder mal: nach dem Rechten schauen. "Unsere" Parzelle im Rauenthaler Rothenberg hat im unteren Bereich schon einiges an Fäulnis, da gehen wir die Woche noch mal durch.





Am Mittelrhein ist die Lage noch sehr viel entspannter, der Wingert zum Bach runter sieht ziemlich gut aus, und oben hängen die Trauben auch noch absolut gesund. Die Arbeit, die wir im September in den Weinberg gesteckt haben, hat sich gelohnt.


Es reicht jetzt allerdings mit dem Regen! Wirklich! Ein paar sonnige Tage wären mehr als gut.

Den Rothenberg holen wir kommendes Wochenende.






Am Mittelrhein lesen wir die Woche drauf. 


Wir haben nicht mehr ewig Zeit - und trotzdem das Glück, dass der Nachbar, dessen Infrastruktur wir nutzen dürfen, genauso spät dran ist.

Und: Wir dürfen unseren dornröschenschlaferweckten schönen alten Gewölbekeller weiter nutzen. Was für ein Glück.

Endspurt - in aller Ruhe.

Endlich scheint der Altweibersommer begonnen zu haben. Nach kalten Wochen mit Regen, Regen, Regen schien endlich mal wieder die Sonne.

Wir hatten die Traubenzone schon vor dem Regen weitgehend entblättert, viele Winzer haben Netze gespannt - gegen die Wildschweine, die Rehe, die Vögel und die Spaziergänger. Mancher hat zusätzlich einen Elektrozaun gezogen - ein teures Vergnügen, wenn irgendwelche Idioten das Ding demontieren und klauen.

Auch wir haben heute mal wieder nach dem Rechten geschaut, sind die Reihen noch einmal durchgegangen, haben zusätzliche Netze gehängt.


Der Müller-Thurgau vom Nachbarn sieht schon prächtig aus.



Unsere Rieslingtrauben sind in den oberen Parzellen kerngesund, lockerbeerig, bringen derzeit zwischen 62 und 70°Oechsle und ordentlich Säure. Aber wir haben ja Zeit.



Das Hummelnest in der Einzelstockerziehung ist verwaist, auch die Erdwespen haben sich offenbar ein anderes Zuhause gesucht. Aber die Karnickel- und Dachsgruben sind noch da - dafür wählen die Wildschweine hoffentlich den bequemeren Weg in den benachbarten Spätburgunder - unsere Wingerte sind ringsum mit Netzen abgehängt.

Es sieht nach einem guten Jahr aus - in der Brache zwischen Einzelstockerziehung und "Rechts" reifen Dornfelder, Hagebutten und Brombeeren gleichzeitig. Hoffentlich haben die Vögel lange was davon.